Der illegale Handel mit Kulturgütern wird heute allgemein als eine der vorherrschenden Arten internationaler Verbrechen anerkannt. Dokumentation ist für den Schutz von Kunst und Antiquitäten unerlässlich, da es der Polizei selten gelingt, Kunstgegenstände aufzuspüren und zurückzugeben, die nicht fotografiert bzw. ausreichend beschrieben wurden.
Bei der Objekt-Identifikation handelt es sich um eine internationale Richtlinie für die Beschreibung/Bezeichnung von Kulturgut. Sie ist das Ergebnis langjähriger Forschung in Zusammenarbeit mit Museen, internationalen Polizei- und Zollagenturen, dem Kunsthandel, der Versicherungswirtschaft und Kunst- und Antiquitätengutachtern.
Das Objekt-Identifikationsprojekt wurde 1993 durch die Stiftung J. Paul Getty ins Leben gerufen, und die Richtlinie wurde 1997 eingeführt. Sie wird durch grosse Strafverfolgungsbehörden, u.a. FBI, Scotland Yard und Interpol, durch die UNESCO, Museen, Kulturerbeinstitute, den Kunsthandel und Kunstgutachter-Organisationen sowie Versicherungsgesellschaften, wie z.B. AXA ART Insurance, gefördert.
Der Inhalt der Richtlinie wurde durch eine Kombination aus Hintergrundrecherche, Gesprächen und vor allem durch grosse internationale Umfragen festgelegt. Insgesamt wurden mehr als 1.000 Rückmeldungen von Organisationen in 84 Ländern erhalten.
Fotoaufnahmen sind von wesentlicher Bedeutung bei der Identifizierung und Sicherstellung gestohlener Gegenstände. Zusätzlich zu Vollansichten, machen Sie bitte Nahaufnahmen von Inschriften, Markierungen und jeglichen Beschädigungen oder Reparaturen. Falls möglich, integrieren Sie in Ihre Aufnahme bitte eine Messskala oder einen Gegenstand bekannter Grösse.
Art des Gegenstandes | Um welchen Gegenstandstyp handelt es sich (z.B. Gemälde, Plastik, Uhr, Maske)? |
Material und Techniken | Aus welchen Materialien besteht der Gegenstand (z.B. Messing, Holz, Öl auf Leinwand)? Wie wurde er hergestellt (z.B. geschnitzt, gegossen, geätzt)? |
Masse | Welche Grösse und/oder welches Gewicht hat der Gegenstand? Geben Sie die verwendeten Masseinheiten an (z.B. cm/ Zoll) und auf welche Ausdehnungen sich die Masse beziehen (z.B. Höhe, Breite, Tiefe). |
Inschriften und Markierungen | Welche Grösse und/oder welches Gewicht hat der Gegenstand? Geben Sie die verwendeten Masseinheiten an (z.B. cm/ Zoll) und auf welche Ausdehnungen sich die Masse beziehen (z.B. Höhe, Breite, Tiefe). |
Unterscheidende Merkmale | Hat der Gegenstand bestimmte Charakteristiken, die bei seiner Identifikation hilfreich sein könnten (z.B. Beschädigungen, Reparaturen oder Fertigungsfehler)? |
Titel | Hat der Gegenstand einen Titel, der bekannt ist und indentifiziert werden könnte (z.B. Der Schrei)? |
Objekt | Was wird abgbildet oder dargestellt (z.B. Landschaft, Kampfszene, Frau die Kind hält)? |
Datum oder Periode | Wann wurde der Gegenstand hergestellt (z.B. 1893, frühes 17. Jahrhundert, späte Bronzezeit)? |
Herstelller | Wissen Sie, wer den Gegenstand hergestellt hat? Es kann sich hier um den Namen einer berühmten Person handeln (z.B. Thomas Tompion), einer Gesellschaft (z.B. Tiffany) oder einer Kulturgruppe (z.B. Hopi-Indianer). |
Diese kann zusätzliche Informationen umfassen, die zur Identifizierung des Gegenstandes beitragen (z.B. Farbe und Form des Gegenstandes, wo er hergestellt wurde).
Nachdem Sie den Gegenstand dokumentiert haben, verwahren Sie diese Informationen an einem sicheren Ort.